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Outlander im Alltag-Test.

Rostvorsorge - Unterbodenschutz — Beitrag von Wildiblub         ( Zugriffe)


Irgendwie habe ich seit meinen ersten Fahrzeugen (Opel Kadett, Renault 19) ein leicht gestörtes Verhältnis zum Thema Rost.

Nachdem ich im ersten Teil meines Selfmade Berichtes durch sämtliche  Hohlräume geklettert bin, war nun der Unterboden an der Reihe.

Am Unterboden habe ich in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit Perma-Film gemacht. Das Mittel wird eigentlich eingesetzt um Ballastwassertanks auf Hochseeschiffen vor Korrosion zu schützen. Wer sich das mal anschauen möchte, kann bei youtube unter "FLUID FILM & PERMA FILM Einsatz im Ballastwassertank" mal in ein Anwendungsvideo reinschauen.

Zugegeben, man schießt dabei am Fahrzeugunterboden schon mit Kanonen auf Spatzen. Dennoch ist Perma-Film meiner Meinung nach der ideale Unterbodenschutz. Der große Vorteil von dem Zeug ist, dass der Unterboden vorher nicht entrostet werden muss, denn das Perma-Film geht eine Verbindung mit dem Fluid-Film ein. D.h. das ölige Fluid-Film stoppt den Rost und bleibt unter dem Perma-Film aktiv. Der Rost wird dicht eingepackt und ein weiterrosten findet nicht mehr statt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Perma Film an der Oberfläche aushärtet und absolut beständig gegen Steinschlag und Abtrag ist. Man kann also an dem Fahrzeug schrauben ohne sich dreckig zu machen. Leider ist es nicht ganz billig und die Herstellerangaben zum Materialverbrauch sind meiner Meinung nach erheblich schöngerechnet.


Einkaufsliste

Für den kompletten Unterboden und Radkästen benötigte ich folgende Mengen:

  • 2-3 Dosen Fluid-Film-ASR
  • 3 Liter Perma-Film Alu
  • 1 Liter Perma-Film black
  • 1 Dose Fluid-Film Gel BN
  • Ggf. Universalverdünnung


Dann kann es losgehen

1. Zuerst müssen die Plastikverkleidungen in den Radkästen und am Unterboden weichen. Die Clips kann man am besten mit dem Schlitzschraubendreher rauspulen. Die reinste Beschäftigungstherapie ist das.


2. Unterboden und Radkästen am besten mit Hochdruckreiniger waschen, auch gerade in den Ecken wo man nicht gut hinkommt.

3. Unterboden trocknen lassen oder trocken Fahren.

4. Los geht es dann mit den Radkästen.


Das schwarze Wachs ist mit den Jahren schon weggespült oder mit Hochdruckreiniger runtergeholt worden. Ist zwar nicht schlimm, aber schäbig sieht es aus. Der Anschluss der Tankleitung ist auch eine typische Roststelle, bei mir schaut es hier aber gut aus


Hinter den Verkleidungen ist werksseitig kein Unterbodenschutz aufgebracht. Dem Alter entsprechend lediglich etwas Kantenrost an manchen Stellen(roter Pfeil) . Aber nichts Wildes. Wenn die Verkleidung vom vorderen Radkasten schon mal ab ist, kann man auch mit der Hohlraumsonde und der Fluid-Film Dose gleich den Hohlraum konservieren (grüner Pfeil).


Sieht zwar klein und harmlos aus, aber solche Stellen, die durch Steinschläge im Radkasten entstehen, sind weniger lustig. Hier kann das Streusalz ungehindert ans Blech.


Zuerst sollte man unbedingt die Räder und vor allem Bremsscheiben abdecken, sonst geht beim nächsten Bremsen die Post ab.

Anschließend nehme ich einen Pinsel und streiche alle Stellen (z.B. Bremsleitungen), an denen ich später kein Perma-Film haben möchte dick mit dem Fluid-Film Gel-BN ein. Das Gel BN hat in etwa die Konsistenz von Abschmierfett. Der Vorteil von diesem Vorgehen ist, dass das Perma-Film auf dem Fett nicht richtig anziehen kann. Ich kann also später den Unterbodenschutz einfach von den Bremsleitungen wieder Abwischen und habe saubere Bremsleitungen.


Als nächstes werden die kompletten Radkästen mit dem Fluid-Film eingenebelt. Der alte Unterbodenschutz saugt das Fluid-Film auf und wird wieder geschmeidig. Der Rost wird durchtränkt und es bildet sich ein sauerstoffabsperrender Ölfilm, der ein weiterrosten verhindert.


Das ganze muss dann mind. ein paar Stunden einziehen, bevor es weitergehen kann.


Dann trocknete ich das überschüssige Fluid-Film wieder ab, weil ansonsten das Perma-Film zu lange aushärtet. Einfach mit der Küchenrolle alles abtrocknen. Zurück bleibt dann eine leicht ölige Oberfläche.


Nun kann das Perma-Film aufgetragen werden. Für die Radkästen habe ich das Schwarze gewählt und mit einem Pinsel dick aufgetragen. Die Räder brauchen nicht abmontiert werden, einfach mit dem Wagenheber etwas anheben und man kommt überall dran.


Nach ca. 12 Stunden ist die Perma-Film Oberfläche nicht mehr klebrig, die Plastikverkleidungen können wieder montiert und das Fahrzeug bewegt werden. Bis zur völligen Aushärtung dauert es dann aber 3-4 Tage.

So sehen dann die fertigen Radkästen aus:

  

  


5. Dann habe ich mich dem Unterboden gewidmet.

Hinten ist wieder leichter Rost an den Falzen und am Hohlraumstopfen. Was da rausläuft ist mein Mike-Sanders Fett, welches in den Hohlräumen auf Wanderschaft geht.


Oha... Höhlenmalerei aus der Antike?... dachte der Hobel kommt aus Japan.


Hier und da findet man etwas Kantenrost. Das ist aber alles harmloser Natur und völlig normal nach 125000 km. Ansonsten sieht der Unterboden bei mir noch Tip-Top aus. Auch die Bremsleitungen und Anbauteile sehen noch gut aus.


Aber es soll ja auch in Zukunft möglichst rostfrei bleiben. Deshalb kommt nun der neue Unterbodenschutz.

Zuerst habe ich jedoch die Hohlräume in den Quer und -Längsträger mit der Hohlraumsonde und Fluid-Film konserviert.

  


Dann habe ich wieder die Bremsleitungen und alle Gewinde am Unterboden dick mit dem Gel-BN eingepinselt, damit diese nicht mit dem Perma-Film bedeckt werden.

  


Als nächstes habe ich alle Falze und Roststellen mit Fluid-Film eingesprüht, damit der Rost mit dem Fluid Film gesättigt wird. Dies ist sehr wichtig, da ansonsten das Perma-Film an unbehandelten Roststellen abblättern kann.

  


Nun habe ich den restlichen Unterboden und alle Anbauteile dünn mit dem Fluid-Film eingesprüht.

  


Der Unterboden wirkt dann leicht ölig. Das Fluid-Film lasse ich 2 Tage einziehen. Das Fahrzeug kann während dieser Zeit aber problemlos auf Straßen bewegt werden. Nur sandige Feldwege sollte man meiden.

Nach diesen 2 Tagen nehme ich wieder eine Packung Küchenrolle und trockne damit den kompletten Unterboden ab, sodass lediglich ein dünner Ölnebel von dem Fluid-Film zurückbleibt.

Man kann das Perma Film auch Pinseln, aber eine Druckbecherpistole erleichtert die Arbeit enorm. Damit das Perma Film mit der Pistole aufgetragen werden kann, muss es zuerst auf ca. 40° erwärmt werden. Ich stelle dafür die Dosen in einen Eimer mit heißem Wasser. Außerdem gebe ich dem Perma-Film 2,5% Universalverdünnung hinzu.

Nun heißt es Feuer frei. Die Stellen, die ich nicht einsprühen würde sind Kardanwelle, Auspuffanlage, Differential, Motor und Anbauteile, Stecker und Kabel (ABS-Sensor, Lambdasonde). Welche Farbe man von dem Perma-Film nimmt ist Geschmackssache. Ich habe mich für Aluminium entschieden. Beim nächsten Fahrzeug würde ich aber wieder schwarz wählen, weil es sich dem vorhandenen Unterbodenschutz anpasst und man damit nicht so genau arbeiten muss.


So schaut es dann fertig aus:

  

  


Der komplette Unterboden ist gegen Rost geschützt. Nach der Unterbodenbehandlung und der Hohlraumversiegelung ist mein Fahrzeug nun bald 10 kg Schwerer. Rost wird bei diesem Fahrzeug wohl nie ein Thema werden.


Sonstiges

Wer Fluid Film das erste Mal anwendet wird sich wundern, dass alles so leicht muffig nach Bauernhof riecht. Das Fluid-Film besteht aus Lanolin. Lanolin ist das Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen (also Schafschweiß aus der Spraydose). Määähh... Kann ich da nur sagen. Nach ein paar Tagen ist der Geruch dann aber weg.

Während das Fluid-Film noch harmlos ist, scheint mir das Perma-Film eine ganz andere Nummer zu sein. Nach einer Stunde Perma-Film sprühen hat man eine ordentliche Dröhnung und fühlt sich saugut. Leider ist mir dann doch mitten im Gefecht ein Perma-Film Kleks ins Auge getropft. Ich war für den Rest des Tages sowas von bedient. Ich empfehle daher unbedingt beim Perma-Film Auftrag eine Schutzbrille zu tragen.


Fragen, Anregungen oder Kritik zu dem Selfmade können gerne in unserem Outlander I Forum, unter: Rostschutz diskutiert werden.